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Aktive Mitarbeit in der Gruppe Essen-Süd

Gao Zhisheng

Foto Gao Zhisheng 2016

Gao Zhisheng im Jahr 2016, © Privat

Aktuell setzen wir uns für den Menschenrechtsanwalt Gao Zhisheng ein, der am 13. August 2017 aus seiner Wohnung in der Stadt Yulin in der Provinz Shaanxi abgeführt wurde und seitdem verschwunden ist. Es besteht die Gefahr, dass er wie bei früheren Inhaftierungen gefoltert oder anderweitig misshandelt oder sogar getötet wird.

Die Polizei im Kreis Jia der bezirksfreien Stadt Yulin in der nördlichen Provinz Shaanxi bestritt kurz nach der Vermisstenanzeige der Familie, dass sich der Menschenrechtsanwalt in ihrem Gewahrsam befände. Nachdem die Familienangehörigen über drei Wochen keine Informationen erhalten hatten, teilte man ihnen am 5. September 2017 mit, dass Gao Zhisheng nach Peking gebracht worden sei. Der Regierungsbeamte, der dem älteren Bruder von Gao Zhisheng diese Mitteilung überbracht hatte, weigerte sich jedoch, ihm weitere Informationen zum Aufenthaltsort von Gao Zhisheng, seinem Gesundheitszustand oder den Gründen für die Inhaftierung zu geben.

Seitdem haben seine Familienangehörigen weder weitere Informationen noch eine Bestätigung der Inhaftierung erhalten.

Gao Zhisheng befand sich bereits in der Vergangenheit als gewaltloser politischer Gefangener in Haft und war Opfer des Verschwindenlassens. Damals wurde er eigenen Angaben zufolge wiederholt gefoltert. Amnesty International befürchtet daher, dass ihm auch jetzt wieder Folter und andere Misshandlungen drohen könnten.

Infos von Amnesty International zu China

Myanmar

Seit 2015 beschäftigen wir uns intensiv mit der Menschenrechtssituation in Myanmar, die sich insbesondere seit dem Militärputsch noch einmal deutlich verschlechtert hat. Kritiker, besonders Journalisten, Menschenrechts- und Umweltaktivisten werden bedroht, inhaftiert und unter Druck gesetzt.

Ein weiteres Problem des Landes sind die unterschiedlichen ethnischen Minderheiten, deren Rechte missachtet werden. Insbesondere ist in den letzten Jahren das Schicksal der Rohyngia, einer muslimischen Minderheit, in den Fokus der Weltöffentlichkeit geraten. Im engen Kontakt mit der Recherchegruppe Myanmar von Amnesty International in London unterstützen wir verschiedene Einzelfälle mit Briefen und Aktionen.

Ehemaliger Kindersoldat Aung Ko Htwe. Eingesperrt, weil er über seine Erfahrungen als Kindersoldat in Myanmar sprach, inzwischen freigelassen. © Steve Tickner

Infos von Amnesty International zu Myanmar

Fotojournalist Shawkan aus Ägypten

Bis Anfang 2019 haben wir uns für den ägyptischen Fotojournalisten Mahmoud Abu Zeid eingesetzt, der unter dem Künstlernamen Shawkan bekannt ist.

Mahmoud Abu Zeid, genannt Shawkan, ägyptischer Fotojournalist. © Privat

Als er im August 2013 die gewaltsame Auflösung eines Protestcamps von Anhängerinnen und Anhängern des entmachteten Präsidenten Mohammed Mursi in Kairo fotografierte, nahm die Polizei ihn fest. Er wurde gefoltert und misshandelt. Die Staatsanwaltschaft hat konstruierte Anklagen gegen den Fotografen erhoben, darunter „Teilnahme an einer illegalen Versammlung“ und „Mord“.

Amnesty International hat sich im Rahmen des weltweiten Briefmarathons 2016 für Shawkan eingesetzt. Allein in Deutschland wurden 33.951 Appelle für ihn gesammelt.

Am 8. September 2018 wurde Shawkan zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Weil er schon über fünf Jahre im Gefängnis war, hätte er eigentlich nach dem Urteil aus dem Gefängnis entlassen werden müssen. Mit der Begründung, dass er seine bisher nicht quantifizierte Geldstrafe für die Beschädigungen bei der Demonstration 2013 noch nicht bezahlt habe, wurde eine Verlängerung seiner Haftstrafe um ein halbes Jahr angeordnet. Am 4. März 2019 wurde Shawkan endlich freigelassen, muss aber in fünf Jahren der Bewährung jeden Tag von 18 Uhr abends bis 6 Uhr morgens auf einer Polizeistation verbringen.

Wir bedanken uns bei allen Menschen, die sich für Shawkans Freilassung eingesetzt haben.

Wir würden uns sehr freuen, wenn du bei unserer Gruppe Essen-Süd mitmachen möchtest. Auch kannst du sehr gut die Ziele von Amnesty International unterstützen, indem du Briefe oder E-Mails zu Eilaktionen, sogenannten Urgent Actions, schreibst:

Urgent Actions

28. Februar 2021